Interesse an einem Grundstück? – Darauf kommt es bei der Auswahl an!

Die Preise für ein Grundstück werden von vielen Faktoren beeinflusst. Einen erheblichen Schwerpunkt bildet dabei der jeweilige Stand der Erschließung.

In Deutschland sind sowohl nicht erschlossene als auch teilerschlossene und vollerschlossene Grundstücke auf dem Markt.

Genau von diesem Status ist es abhängig, welche Zusatzkosten vor einer Bebauung auf die Käufer zukommen können.

Wofür kann der Erschließungsbeitrag für ein Grundstück erhoben werden?

Grundsätzlich dürfen die Kommunen in der Bundesrepublik von den Eigentümern der Grundstücke drei verschiedene Arten von Erschließungsbeiträgen erheben. Dazu gehören die Beiträge für die Ersterschließung, die Beiträge zur Erhaltung der Infrastrukturen sowie Umlagen zur Verbesserung der vorhandenen Systeme. Fällig werden sie sowohl für die Ver- und Entsorgungsleitungen als auch für die Straßen und Gehwege. Allerdings gibt es dabei einige Ausnahmen. Kosten für die Erhaltung und Verbesserung der Verkehrswege muss der Eigentümer nicht zahlen, dessen Grundstück an einer Bundesstraße, einer Kreisstraße oder einer Landstraße im Bereich einer Ortsdurchfahrt liegt.

Vorsicht ist hier bei Eckgrundstücken geboten, denn von der Befreiung für den Erschließungsbeitrag ist lediglich die an solche Straßen grenzende Grundstücksseite betroffen. Besitzt das Grundstück einen weiteren Zugang von einer Seitenstraße aus, können trotzdem Erschließungsbeiträge anfallen. Mit welchem Schlüssel und welchen Anteilen an den Gesamtkosten die Grundstückseigentümer beteiligt werden, können die einzelnen Kommunen entscheiden.

Grundstück kaufen: Vorher unbedingt in den Bebauungsplan schauen!

Der Bebauungsplan gibt Auskunft darüber, wann und in welcher Form ein Grundstück bebaut werden kann. Eine erste Unterscheidung wird in landwirtschaftliche Flächen, Grünflächen, Bauerwartungsland und Bauland vorgenommen.

Wer schnell bauen möchte, sollte nur ein Grundstück kaufen, welches sich in einem Gebiet befindet, welches bereits als Bauland im Bebauungsplan ausgewiesen ist. Bei Bauerwartungsland gibt es in den meisten Fällen keine verbindliche Zusage, wann es genau von den Kommunen in Bauland umgewandelt wird.

Ein prüfender Blick in den Bebauungsplan ist bei der Suche nach einem passenden Grundstück auch in anderer Hinsicht wichtig. Dort lässt sich erkennen, für welche Art der Bebauung ein bestimmter Bereich vorgesehen ist.

Üblich ist die Unterscheidung nach Industriegebieten, Gewerbegebieten, Regionen mit einer Mischnutzung sowie reine Wohngebiete. In Wohngebieten gelten strenge Beschränkungen, was die Ansiedelung von Gewerbe betrifft.

Hier werden in der Regel nur Arztpraxen, Physiotherapien und Büros von Rechtsanwälten oder Steuerberatern zugelassen. Wer sich zum produzierenden Gewerbe zählt, hat bei einem Grundstück in einem Wohngebiet keine Chance, seinen Betrieb zu errichten.

In Mischgebieten werden von den meisten Kommunen nur kleine Handels- und Dienstleistungsbetriebe zugelassen.

Altlasten auf dem Grundstück können die Baukosten erheblich verteuern!

Wer ein Grundstück kaufen möchte, welches in der Vergangenheit bebaut war, sollte sich genauer nach der Art der vorherigen Nutzung erkundigen. Stand dort ein Produktionsbetrieb macht die Investition in eine Bodenprobe Sinn. Damit lassen sich unerwartete Zusatzkosten vermeiden, welche durch die Abtragung von Boden anfallen, der mit Schadstoffen und Umweltgiften belastet ist. Außerdem liefert eine Bodenprobe wichtige Hinweise dazu, wie das Fundament der dort zu errichtenden Gebäude aufgebaut werden muss. Dort gibt es abhängig von den vorhandenen Untergrundbedingungen erhebliche Kostenunterschiede. Dabei sollte auch ein Blick darauf geworfen werden, ab welcher Tiefe auf dem Grundstück mit Risiken durch Grundwasser gerechnet werden muss. Auch das kann die Kosten des Fundaments beispielsweise durch die Notwendigkeit einer schützenden Betonwanne drastisch erhöhen.